... weil Hut nicht gleich Hut ist.

Die verschiedenen Hut-Arten im Überblick.


Bogart oder Fedora oder Trilby
Der Fedora Hut ist ein Hut mit vorne heruntergeklappter Krempe, einem Längseinschlag und zwei sogenannten Augen. Der Ursprung diese Hutform war ein voller Kopf ohne jede Vertiefung. Diese entstanden durch das Tragen des Hutes. Wurde der Hut an der Vorderseite genommen, so ergaben sich auch ohne Vorformung die beiden Augen und der Längseinschlag.

Diese Form des Herrenhuts kam im 19. Jahrhundert nach und nach in Mode, wurde dann mit Hand vorgeformt und in den Vereinigten Staaten bereits vor dem 2. Weltkrieg mit Aluminiumformen vorgepresst, was eine besonders exakte Formung und eine lange Haltbarkeit dieser Hutform ermöglichte. Trotzdem ist dieser Hut relativ weich, die Vertiefungen bleiben aber auch nach langer Tragedauer erhalten.

Der Fedora oder Trilby oder Bogart (nach Humphry Bogart, von dem es unzählige Bilder mit solchen Hüten gibt) ist die Hutform des 20. Jahrhunderts schlechthin. Diese war ein Zeichen des Fortschritts. Sie löste den Steifen Hut bzw. die Melone oder den Bowler ab und konnte auch bei offiziellen Anlässen getragen werden. Ein Vorläufer des Fedoras oder des Trilbys war der Homburg. Nur war hier die Krempe des Huts eingefasst und eingestreckt. D.h. die Krempe war rundherum heraufgebügelt und mit einem sogenannten Bridée abgeschlossen.

Pork Pie
Der Name dieser Hut-Form stammt von ihrer Ähnlichkeit zu dem britischen Pasteten-Törtchen Pork Pie. Der Kopf des Hutes hat nicht wie beim Trilby einen Längseindruck, sondern ist flach mit einer konzentrischen Vertiefung entlang der Hut-Oberkante. Meist hat der Pork Pie Hut eine eher schmale Krempe die nach oben geklappt getragen wird. Die Form dieses Huts stammt aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert.

Berühmte Pork-Pie Hut Träger waren z.B. Buster Keaton und viel später Gene Hackman im bekannten Hollywood Streifen „French Connection“. Gegenwärtig ist sie eine in der Jazz und Blues-Szene sehr stark vertretene Kopfbedeckung. Pork Pie Hüte werden aus Filz und Stroh geformt und erfreuen sich gerade in den letzten Jahren einer sehr großen Beliebtheit.

Der Panama Hut
Ein Panamahut wird aus bestem Panamastroh gefertigt. Der Panama Stumpen (kegelförmiger Rohling) wird aus dem Toquilla-Stroh des Scheibenblumengewächses Carludovica Palmata (auch Panama-Hut-Pflanze genannt) geflochten. Dieses Toquilla Stroh stammt aus den Provinzen Manabi und Azuay in Ecuador. Zentrum der Hut Manufakturen sind die Städte Montecristi und Jipijapa (Manabi) und Cuenca (Azuay).

In Cuenca sind die größten und bekanntesten Exporteure ansässig. Je feiner das Strohgeflecht, desto teurer ist das Endprodukt, der Panama Hut. Die geflochtenen Hut Rohlinge werden dann von den bekanntesten Hut-Manufakturen (Borsalino, Stetson, Mayser, FLEUR DE LIS etc.) nach Europa oder den USA importiert und dort dann zu fertigen Hüten gepresst und staffiert.

Nur der „Panama-Folder“ lässt sich ohne Schaden zu nehmen, zusammenlegen oder rollen. Der Folder ist am charakteristischen Riff erkennbar, das mittig von vorne nach hinten verläuft. Die klassischen in Europa anzutreffenden Panamas sollten in ihrer Form bleiben. Keinesfalls sollte Ihr Panama Hut starkem Regen ausgesetzt werden. Zu trocken ist allerdings auch nicht gut – also über den Winter ab in den Weinkeller! Und: Bitte die vorderen Kanten, die die Vertiefungen im Kopf begrenzen nicht zu sehr kneifen – dort könnte eine Falte entstehen oder einzelne Fasern des Panamastrohs verletzt werden!

Das Béret, die Pullmankappe oder die Baskenmütze
Unser Béret von FLEUR DE LIS ist eine scheibenförmige aus bester junger Schafwolle gestrickte und dann stark verwalkte Kopfbedeckung, die je nach Größe des Bérets rund um den Kopf einen schützenden Rand bildet. Das Béret stammt ursprünglich aus dem Béarn in der Gascogne. Dies ist ein wunderschöner Landstrich im Südwesten Frankreichs, den Alexandre Dumas als Garten Gottes bezeichnet hat. Dort kann Wind und Regen aber auch sehr heftig sein. Unser Béret von FLEUR DE LIS kommt genau aus dieser Gegend. Die Schafhirten in den Tälern der Pyrenäen schützten sich mit solchen Bérets vor Kälte und Nässe. Selbst starken Regen kann ein gutes Béret lange abhalten. Über die französische Revolution und die Intellektuellen Frankreichs fand das Béret Eingang in die internationale Damenmode. Dort wird es immer seinen festen Platz haben. Berühmte Béret-Trägerinnen waren Marlene Dietrich, Greta Garbo, Romy Schneider oder Brigitte Bardot.

Flat Cap
Die Flat Cap ist eigentlich nichts anderes als die klassische englische Sportkappe. Sie zeichnet sich durch einen sehr engen und flachen Schnitt aus, d.h. der Oberteil ist meist aus einem Stück geschneidert. Die Flat Cap hat praktisch keine Überweite oberhalb der Schläfen und wird besonders von Herren mit sehr schlanker Gesichtsform bevorzugt. Da diese Kappenform manchmal besonders eng geschnitten ist, bildet der Vorderteil der Kappe eine leichte Schnabelform, weshalb auch der Begriff „Duck Cap“ als Synonym verwendet wird.

Gatsby Kappe
Die Gatsby Kappe ist eine achtteilige Herrenkappe mit Schirm. Der achtteilige Kopfteil ist sehr großzügig geschnitten. Die Gatsby Kappe wird aus dickeren Stoffen wie beispielsweise Harris Tweed oder edlen Kammgarn-Mantelstoffen geschneidert. Die Überweite, welche durch den großzügigen achtteiligen tellerartigen Kopfteil entsteht, schmeichelt vor allem runden Gesichtsformen.
Der Wortursprung stammt aus dem Hollywood Streifen „Der große Gatsby“ mit Mia Farrow und Robert Redford, der in diesem Film eine solche Kappe trägt.

Drill Sergeant Cap
Die Drill Sergeant Cap ist die Kappe des Unteroffiziers in der US Army. Sie hat eine fast senkrechte Seitenwand und einen flachen Deckel in Verbindung mit einem relativ kurzen Schirm. Besonders während und nach dem ersten Desert Storm war das Original in Camouflage oft zu sehen. Dieselbe Form wurde dann in leichten Sommerstoffen uni und in klassischen Dessins sehr gut angenommen. Heute gibt es sie in Wollstoffen, Cord und Leder.

Anthony Eden Hat oder Homburg
Der ist ein Herrenhut aus Haarfilz mit hochgebogener, eingefasster Krempe, einem Bridée. Er wurde als Homburg zu einem weltweiten Hut Verkaufsschlager, nicht zuletzt weil er von vielen Politikern und Staatsmännern getragen wurde: Kaiser Wilhelm II., Konrad Adenauer, Bruno Kreiskys, Julius Raab, Anthony Eden schätzten diesen Hut.

Der Homburg wurde ursprünglich in Bad Homburg hergestellt. Der große Durchbruch für den Homburg als Herrenhut kam mit dem Besuch des britischen Thronfolgers (später König Edward VII.) am 29. August 1882 in Bad Homburg. Edward gab ihn als Kurgast hier in seinem typischen eleganten Grau beim Hutmacher Möckel in Auftrag. „Erfunden“ hat er ihn nicht. Edward sah den Hut das erste Mal bei seinem Neffen, Kaiser Wilhelm II. in Homburg. Kaiser Wilhelm II. trug den Hut in einer grünen Variante als Accessoire einer Jagduniform. Das neue Design des Huts verbreitete sich schnell und verdrängte alsbald den Zylinder sowie die Melone als klassischen Herrenhut.

In Großbritannien war eine ähnliche Hutform in den 1930er- bis 1950er Jahren populär. Der sogenannte „Anthony Eden“ (nach dem gleichnamigen britischen Außenminister, der ihn häufig trug und ein Stilikone der Dreißigerjahre war) hatte jedoch im Gegensatz zum klassischen Homburg einen unbordierten, geraden Schnittrand.

Toque
Eine Toque ist eine Kopfbedeckung mit ganz schmaler bzw. gar keiner Krempe. Die Bezeichnung stammt aus dem Französischen. Historisch hat die Toque ihren Ursprung im 13. bis 16. Jahrhundert. Geografisch in Spanien, Frankreich und England.

Der Wortursprung dürfte von dem spanischen Wort Tocado herrühren, einer Fez-artigen Kopfbedeckung, die in erster Linie Männer trugen.

Im 20. Jahrhundert ist die Toque eine sehr häufig für Damen gebrauchte Hutform. Obwohl eigentlich nur der Hut-Kopf, also eine Topfform vorhanden ist, gibt es eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten, in erster Linie im eleganten Bereich der Hutmode.

Traveller
Der Traveller ist ein Trilby mit hinten und vorne heruntergeklappter Krempe, einer sogenannten Drop Brim. Ursprünglich nur in leichtem Haarfilz gibt es diesen jetzt auch in Wollfilz und als Stoffhut.

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